RG-65 quo vadis

Liebe RG-65 Segler

im vergangenen Jahr gingen die Wogen betreffend der Zukunft der Klasse hoch. Auch wir haben darüber abgestimmt, ob unsere Klasse künftig als offizielle IRSA Klasse aufgenommen werden soll oder nicht. Die weltweite Abstimmung hat ergeben, dass sich die RG-65 Segler nicht in einem Weltverband binden wollen. Dieser Entscheid wurde von der IRSA akzeptiert, aber die Gelüste an den 65cm langen Booten blieben bestehen.

Nun hat die IRSA eine Konkurrenzklasse ins Leben gerufen die “Class 65”. Die Klassenvorschriften sind etwas enger, präziser und damit bindender gehalten als diejenigen unserer Klasse. Die Segelfläche ist gleich der unsrigen. Die Bootslänge ist mit möglichen 66,1 cm um 6mm länger. Dies bringt aber sicherlich keinen messbaren Vorteil. 

Die IRSA “puscht” die 65 Class weltweit. Der schweizerische Verband MYCS / radiosailing.ch nimmt offiziell die 65 Classs in Ihr Programm auf. Was heisst das nun für uns? 

Grundsätzlich bringt jede neue Klasse eine weitere Splittung der schon begrenzten Anzahl Modellsegler. Tendenziell werden damit die Regattafelder kleiner und die Attraktivität ebenso. Es stellt sich also die Frage, wie wir mit dieser neuen Ausgangslage umgehen. Aus meiner Sicht gibt es zwei Wege die eingeschlagen werden können:

  1. wir interessieren uns nicht für die neue Klasse 
  2. wir binden die neue Klasse in unsere Organisation ein welche dann ein Bindeglied zwischen dem MYCS und der “freien” RG-65 Klasse darstellt.

Damit möglichst viele Segler miteinander segeln können wäre die Variante b. wahrscheinlich der bessere Weg. Unsere Regatten würden auch für die “Class 65” Boote offen stehen, bei genügender Beteiligung könnte auch eine separate Rangliste geführt werden. Unsere Besprechung mit Vertretern von MYCS haben zusätzliche Möglichkeiten ergeben. So haben unsere bereits vergebenen Segelnummern Bestand in dem sie um Tausend erhöht werden, es werden aber weiterhin nur zwei Ziffern auf dem Segel gefahren. “Class 65” Regatten werden vom Versicherungsschutz von MYCS profitieren können und auch im MYCS Regattakalender geführt. Ebenfalls wird in dieser Klasse um offizielle Landes-, Europa- und Weltmeistertitel gesegelt werden. 

Alles in allem glaube ich, dass wir uns der neuen Klasse gegenüber offen zeigen sollten und diese Zusammenarbeit eingehen sollten. Welche Klasse in Zukunft “überleben” wird sehen wir dann. Wichtig ist, dass gesegelt wird und Schiffe gebaut werden.

Ich schlage deshalb vor, die RG-65 Klasse für die “Class 65” zu öffnen und damit alle +/- 65 cm langen Boote (RG-65, DragonForce 65 und Class 65) in unserer Vereinigung zusammen zu fassen.
Hier der Link zur IRSA Rules 65 Class
https://www.radiosailing.org/classes/65class/technical-class-rules

Mit Interesse erwarte ich Eure Meinung zum Thema auf info@rg65.ch

Beste Grüsse

Reto Brunschweiler, SUI-99

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4 Kommentare

  1. Marc Hoksbergen

    Was ist mit RG65 Open? Es bleibt Wirrwarr. Ich denke wir sollten uns langfristig mit dem Gedanken anfreunden, dass diese verschiedenen (fast analogen) Klassen in eine 65 Class zusammen geführt sind und dann die maximal möglich Anzahl Boote gemeinsam regattieren. Und das ist auch gut so.
    Die Klassenvorschriften der neuen 65 Class bieten genügend Raum für technische Experimente, was auch im Sinn der Gründerväter RG65 ist. Das bei Regatten klarere Regeln zum Einsatz kommen ist normal und akzeptierbar. Am Spirit der RG65 Klasse wird da nicht gekratzt.

  2. Ich plädiere für den Wettbewerb der Klassen: Schauen wieviele Boote der neuen Klasse effektiv auf’s Wasser kommen und ob ein entsprechendes Regattafeld zustande kommt. Wenn ja wird auch das Bedürfnis nach mehr Regatten wachsen. Wer in der heute bestehenden RG65- und der neuen RG65-Klasse “Class 65” regattieren will wird sich neben und nicht anstelle der bisherigen RG65 eine neue RG65 der “Class 65” bauen oder zulegen um dann situativ wählen zu können. Dass dann möglichst nicht RG65- und Class 65-Regattan mit identischen Startzeiten veranstaltet werden sollten ist selbstsprechend. Von einer Zusammenlegung beider Klassen in einer Regatta würde ich absehen. Geringere direkte Vergleichbarkeit mangels Einheitlichkeit und damit Vergleichbarkeit im Zweikampf während der Regatta schadet deren Attraktivität. Strengere Regeln wie sie die “Class 65” vorschreiben werden wohl automatisch nach einer technischen Aufrüstung rufen was zur Leichtbauweise und damit den entsprechenden Materialien und damit nach industriell gefertigten Booten führen wird. Wie gross die Bereitschaft insb. in finanzieller Hinsicht im Einzelfall ist in die neue Klasse einzusteigen ist muss und wird sich erst zeigen.

    Markus Müller

  3. Als einer der das R/C Segeln nur nebenbei zum Segeln betreibt würde ich das vielleicht angehen wie bei anderen Segel-Regatten: man schreibt nach wie vor RG65 Regatten aus, aber lässt auch bei genügend Meldungen Läufe anderer vergleichbarer Boote zu. So hat man eine neue/andere Klasse eingebunden aber nicht Ergebnis-beeinflussend im Feld dazwischen rumfahren. (Vielerorts wird die DragonForce ja zum Teil in solchen Modi akzeptiert und integriert.)
    Ich könnte mir vorstellen das so neben den eigentlichen RG65 Läufen schon ein paar Boote aus den Klassen DragonForce, RG65 open und nun noch der 65 Class zusammen kommen und auch ein interessantes Match in gemeinsamen Läufen zeigen. Und zudem wären in solchen “mixed” Läufen auch die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Konzepte besser einzusehen, was den einen oder anderen vielleicht auch zum Klassenwechsel bewegen könnte. Es würde sich so sogar vielleicht eine Selektion der “besten Klasse” entwickeln und irgendwann fällte die eine oder andere Klasse, wegen mangelnder Akzeptanz, wieder ganz raus.
    Klar muss man bei solchen Konzepten auch den Startmeldungen genüge tun. Bei Segel-Regatten zBsp gibt es so Schwellwerte wie: bei weniger als 3 Booten gibt es keinen Lauf, bei mehr als 5 Booten der gleichen Klasse dürfen diese als eigene Klasse an den Start gehen. Diese Beispiel-Zahlen sind natürlich dementsprechend der Organisation und dem Zeitaufwand anzupassen.

    Ich denke dadurch das es die Klasse nun gibt und bestimmt auch bald das erste Boot der Klasse auftauchen wird, sollte man die “Nähe” zulassen und diese auch integrieren um ihr eine Chance zu geben. (Vielleicht gibt es sogar was zum abschauen bei der neuen Klasse?) Aber eben in einer Distanz das diese nicht bestehende Felder stört. Weil wer weiss, vielleicht fahren viele irgendwann viel lieber eine “One-Design 65-Turboblitz” aus den Plänen von “WirdMorgenGezeichnet” und dann ärgert man sich das man den Trend nicht mitbekommen, weil man sich anderen Konzepten gegenüber zu sehr verschlossen hatte und steht plötzlich alleine am See?! Dies wäre doch sehr schade.

  4. Ich persönlich finde die Vorgehensweise der IRSA gegenüber der ICA nicht korrekt. Daher werde ich mich auch in Zukunft für die RG65 einsetzen. Zumindest in Deutschland waren die freien Regeln und die fehlenden Verbandszwänge maßgeblich dafür verantwortlich, daß sich diese Klasse so toll entwickelt hat.

    Mfg Udo

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